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Werke von Gabi Trinkaus  in der Ausstellung Vienna Coffee Table
 
Gruppenausstellung kuratiert von Herbert Hinteregger
Vernissage: 26. Juni 2004, 19 Uhr
Dauer der Ausstellung bis 28. August 2004
 
 
"o.T. No.1", 2002
C-Print
Auflage 3
105 x 70 cm
Preis auf  Anfrage
 
 
Unter anderem mit Werken von:
 
- Clegg & Guttmann
- De Portela, Ana
- Feiersinger, Werner
- Gostner, Martin
- Graf, Franz
- Hinteregger, Herbert
- Hinterhuber, Christoph
- Hohenbüchler, Christine & Irene
- Jarmusch, Jim
- Jasmin, Nicolas (N.I.C.J.O.B.)
- Kogler, Peter
- Krystufek, Elke
- Locher, Thomas
- Lombardi, Inés
- Lulic, Marko
- Reiterer, Werner 
- Rockenschaub, Gerwald
- Ryan, Julie
- Schaberl, Robert
- Schinwald, Markus
- Stocker, Esther
- Trinkaus, Gabi
- Viscio, Alexander
- Wurm, Erwin
- Zobernig, Heimo
 
 
Vienna Coffee Table – Die Stimmung eines Wienbildes – (Konzept)
Kuratiert von Herbert Hinteregger
 
Vernissage 26. Juni, 19h, Dauer bis 28. August 2004
 
Gruppenausstellung in der Galerie Bernhard Knaus / Mannheim (Juni – August 2004 – Eröffnung: Sa. 26. Juni 19.00 Uhr) zum Thema der Vermittlung
eines Ausschnittes der gegenwärtigen Kunstproduktion in Wien und/oder über Wien anhand eines bestimmten Blickpunktes.
Der Ort, von dem wir berichten, über den wir sprechen: Wien an der Donau. Womit bin ich bei meiner Annäherung und im Moment des Ankommens und
in weiterer Folge konfrontiert?
Das Klischeebild der Stadt nach aussen, bestehend aus Wiener Schnitzel, Fiaker, Walzerseeligkeit - „an der schönen, blauen Donau“, Mannerschnitten,
Kaffeehaus. (Dem Klischee entsprechend und als besonders übles Beispiel sei genannt: Die perverse Restaurierung des Cafe Museums, dessen
tourismuskonformes Erscheinungsbild dann Loos angehängt wird.)
Aber können dem Klischee auch andere Qualitäten innewohnen, wie z.B. Sehnsucht, oder Überraschung? Vertiefen möchte ich explizit das Klischeebild
des Kaffeehauses, als Metapher für eine allgemeine Stimmung und „Vibration“ in Wien, als Symbol für eine Welt der Langsamkeit und des Wenigen.
Ist das Kaffeehaus - der Legende nach ist das Getränk während der Türkenbelagerung 1683 nach Wien gekommen - eine Welt der Ablenkung und Beruhigung?
Ist das Kaffeehaus eine Welt von gestern?
Dem Gegenüber steht der aktuelle Ausdruck „vienna coffee table sound“ der Elektronikmusiker Kruder & Dorfmeister, der eine elegante Innenschau, eine
gepflegte intellektuelle Langeweile beschreibt. Im Kontext dazu monochrome bis geometrische Malerei, vorwiegend ohne sichtbare Emotion. Es sind das
Geometrien, hervorgegangen aus Ornamenten, aus der Architektur zum Beispiel, bis hin zu Pop und MTV. In Ausprägungen von Trash und Alltagsleben
am einen Ende der Scala bis hin zu extremer Glattheit und Reinheit auf der anderen Seite, aber immer auch mit einer Art von kühler Eleganz, eine Extraportion
cool. Malerei und oft auch nicht Malerei, Objekthaftes, mit dem Duktus der Malerei, des Schlampigen, Persönlichen oder des Maschinenhaften, sehr Perfekten.
Aus einer andere Ebene der Innenschau („Wien, die Stadt Sigmund Freuds“) gehen figurative, auf Körperlichkeit und Porträt bezogene Positionen hervor.
Gemalte Porträts aus dem 19. Jh., mit künstlich vorgenommenenVeränderungen, die wie Neurosen wirken, aber alles mit einem leicht zynischen
Augenzwinkern. Gemalte Bildnisse und Selbstbildnisse, in Konfrontation mit  der Photographie als endloser Seelenstriptease, als radikales Untersuchen von
Befindlichkeiten. Das Hinaustragen des eigenen in die Welt – die Welt als Wohnzimmer, in dem man doch nicht ganz für sich ist - die Schnittstelle von innen
und aussen – ein Kaffeehaus.
„Ich habe die Wiener Kaffeehäuser immer gehaßt, weil ich in ihnen immer mit Meinesgleichen konfrontiert gewesen bin, das ist die Wahrheit und ich will ja
nicht ununterbrochen mit mir konfrontiert sein, schon gar nicht im Kaffeehaus, in das ich ja gehe, damit ich mir entkomme, aber gerade dort bin ich dann mit
mir und Meinesgleichen konfrontiert.“ (Thomas Bernhard, Wittgensteins Neffe)
 
Herbert Hinteregger
 Copyright: Bernhard Knaus Fine Art und die betreffenden Künstler.